Windkraft-Boom auch im Traunviertel?

Der kürzlich aktualisierte Windatlas 2026 sorgt für Aufsehen: Er zeigt mehr Windpotenzial für Österreich als bisher angenommen – und hebt dabei das südliche Traunviertel als eine der Regionen hervor, die in Oberösterreich besonders herausstechen (OÖN, 2026).

Eigentlich sind weite Teile des Traunviertels von der oö. Landesregierung 2024 zu geplanten Windkraft-Ausschlusszonen erklärt worden. Doch wie in dem Artikel von MeinBezirk (2026) dargelegt, kann man sich darauf offenbar nicht verlassen, denn: „Fällt das UVP-Verfahren [für den Windpark Sandl] jedoch positiv aus, darf der Windpark dort – trotz ‚roter Zone‘ – gebaut werden“. Ansonsten wäre auch schon der Windpark Sandl längst (erneut) gestorben.

Regionen mit hoher Windgüte geraten zwangsläufig in den Fokus von Projektwerbern. Wo heute offene Landschaft, schützenswerte Wälder und Kulturlandschaft das Landschaftsbild prägen, könnten schon morgen die nächsten Windparks zur Debatte stehen.

Wie sich das konkret auswirken könnte – unsere Fotomontage

Um sichtbar zu machen, was eine solche Entwicklung wie in Sandl für andere Regionen in Oberösterreich bedeuten würde, haben wir eine Fotomontage mit einem möglichen Windpark im Raum Altmünster, gelegen in einer Windkraft-Ausschlusszone, erstellt.

Die Photomontage skizziert, wie massiv sich das gewohnte Landschaftsbild durch mehrere große Windkraftanlagen verändern würde – mitten in einer Region, die von ihrer Schönheit, ihrem Tourismus und ihrer intakten Natur lebt.

Solche Visualisierungen sind kein Selbstzweck: Sie machen abstrakte Potenzialkarten greifbar und zeigen, worüber wir eigentlich sprechen, wenn von „geeigneten Flächen“ die Rede ist. Eine Zahl auf einer Windkarte ist etwas anderes als ein fast 300 Meter hohes Bauwerk am Horizont eines Ausflugsziels.

Warum uns das als Initiative wachrüttelt

Auch wenn die im Windatlas ausgewiesenen Flächen im Traunviertel derzeit größtenteils innerhalb geplanter Windkraft-Ausschlusszonen liegen, zeigt die Diskussion um den Windatlas eines deutlich: Der Druck zum Ausbau der Windkraft wächst weiter – und windreiche Regionen bleiben im Visier der Energiewirtschaft.

Für uns ist klar: Der Ausbau erneuerbarer Energien darf nicht dazu führen, dass gewachsene Kulturlandschaften, Naherholungsgebiete und der Tourismus in Oberösterreich unter die (Wind-)Räder kommen. Windkraft-Beschleunigungszonen müssen von der Raumordnung bzw. Politik derart geplant werden, dass das Konfliktpotenzial mit Mensch, Natur und weiteren Schutzgütern so gering wie möglich ist. Oder man beginnt, in Alternativen zu denken? Das vermissen wir von Anfang an.

Übrigens: Bei unseren Lösungsvorschlägen präsentierten wir die Idee, die Abwärme des geplanten Rechenzentrums in Kronstorf zu nutzen. Dieser Vorschlag wurde offenbar aufgegriffen (ORF OÖ, 2026).

Der erste Schritt ist der wichtigste,
Deine Bürgerinitiative Sandl

Quellen:
Mein Bezirk (2026, 24. Juni). Windkraft-UVP im Kobernaußerwald läuft wieder
ORF OÖ (2026, 21. August). Abwärme aus Rechenzentrum wird genutzt
OÖN (2026, 20. August). Windatlas: Viel Potenzial – vor allem in Ausschlusszonen in Oberösterreich.