„Oberösterreich ist kein Windkraftland“ – worauf gründet sich diese Aussage?
Ein Blick auf den öffentlich zugänglichen Windatlas offenbart unmittelbar, dass Oberösterreich, etwa im Vergleich zum Burgenland und Niederösterreich, nur mäßiges Windpotential aufweist. Das ist auch mit ein Grund, warum derzeit rund 90% aller in Österreich installierten Windkraftanlagen in den beiden letztgenannten Bundesländern installiert sind.
Wichtig zu wissen: Gering wirkende Unterschiede in der Windgeschwindigkeit haben großen Einfluss auf den Stromertrag von Windkraftanlagen. Der Unterschied zwischen 5 m/s und 6 m/s wirkt wenig, hat aber viel Effekt: 6 m/s liefern rund 70 Prozent mehr Leistung als 5 m/s, obwohl die Geschwindigkeit nur um 1 m/s steigt. Bei Windkraftanlagen steigt die erzeugte Leistung nicht proportional mit der Windgeschwindigkeit, sondern überproportional, weil sie etwa mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit zunimmt. Das bedeutet: Weht der Wind etwas schneller, wächst die verfügbare Energie sehr stark. Grund dafür ist, dass bei höherer Geschwindigkeit nicht nur mehr Luft pro Sekunde durch den Rotor strömt, sondern jede Luftbewegung auch deutlich mehr Bewegungsenergie besitzt.
Verschärfend kommt hinzu, dass etwa 90% der oberösterreichischen Landesfläche auf Grund des Mindestabstandes entfallen. Zum Vergleich sind nur 34% der Landesfläche Tabuzonen aus Sicht des Vogelschutzes und weniger als 10% auf Grund von Naturschutzgebieten und Nationalparks. Dass der Naturschutz alles verhindert, ist ein Märchen.
Wir zitieren aus den Unterlagen der Pressekonferenz der Oö. Umweltanwaltschaft (2023):
Berücksichtigt man folgende Ausschlusszonen:
- Siedlungsschutz (1000 m [Anmerkung: Mindestabstand] zu bewohnten Gebäuden)
- Flugplätze und Flugkorridore
- Kernzone der UNESCO-Welterberegion Hallstatt
- Schutzzone I oder Schutzzone II von Wasserschutzgebieten
- Naturwaldreservate
- Schutzgebiete nach dem OÖ. NSchG 2001
- Nationalpark Kalkalpen
… ergibt sich folgendes Bild (Quelle: Oö. Umweltanwaltschaft, S.21):

Die rote Fläche zeigt, welche Landesfläche von Oberösterreich aufgrund bestehender Schutzbestimmungen für Windkraft nicht in Frage kommt.
Im Umkehrschluss bedeutet das: Raum für Windparks ist in Oberösterreich nur äußerst begrenzt vorhanden.
Zusätzlich ist es, mit Blick auf das Windangebot, Fakt, dass andere Standorte in Österreich schlichtweg eine höhere Ausbeute liefern – dauerhaft und für alle Seiten. Denn: Mehr Wind bedeutet mehr Strom und mehr Rendite.
Wir halten Dich auf dem Laufenden,
Deine Bürgerinitiative Sandl
Quellen:
Oö. Umweltanwaltschaft (26.06.2023): Unterlagen zur Pressekonferenz „Windkraft in OÖ – Möglichkeiten und Grenzen“
