13.03.2026
vorweg: Auch in den Niederösterreichischen Nachrichten wird nun über den Windpark Sandl berichtet: Mega-Windpark vor der Grenze zum Bezirk Gmünd? Nur ein Zitat: „[Der Windpark Sandl] würde eine auch weit in den Norden rauf bis Gmünd und Schrems sichtbare Wind-Skyline bilden.“ Wir bedanken uns explizit für diesen objektiven und ausführlichen Artikel.
Zum heutigen Thema: Immer wieder erreicht uns die Frage: „Was glaubt ihr – wie geht es mit den Planungen rund um den Windpark Sandl weiter?“ Bis wir eine Kristallkugel haben, möchten wir die Gelegenheit nutzen, um aus unserer Sicht die wahrscheinlichsten Szenarien zu skizzieren.
- Szenario 1: Verordnung der Ausschlusszone:
Gerüchten zufolge soll die geplante Ausschlusszone im Sommer oder Herbst 2026 im Land OÖ rechtskräftig verordnet werden. Wenn keine Ausnahme für bereits eingereichte Projekte gemacht wird, bestünde eine reale Chance, dass das Projekt Windpark Sandl endgültig gestoppt wird. Nebenbei: In Zeiten knapper öffentlicher Ressourcen ist es kritisch zu hinterfragen, warum wertvolle Kapazitäten der Landesverwaltung in ein derart aufwendiges Verfahren für ein so widersprüchliches Vorhaben investiert werden. - Szenario 2: Weiterführung des UVP-Verfahrens:
Sollte, wie von Landeshauptmann Mag. Stelzer im August 2025 im OÖN-Interview dargelegt, trotz verordneter Windkraft-Ausschlusszone Ausnahmen für Projekte wie den Windpark Sandl gemacht werden, dann wird der Weg frei gemacht für die weiteren Planungen des größten Windparks Oberösterreichs in einer Windkraft-Ausschlusszone. Es erfolgt die Weiterführung des UVP-Verfahrens (Umweltverträglichkeitsprüfung). Wir antizipieren in diesem Fall einen Prozess, der sich über einen langen Zeitraum und potentiell über mehrere Instanzen zieht. Die Argumente gegen den Bau sind zahlreich und gewichtig – genauso wie seine Gegner. - Szenario 3: Die Oö. Landtagswahl 2027:
Nächstes Jahr wird in Oberösterreich gewählt. Ein politischer Umschwung könnte das Aus für das umstrittene Projekt Windpark Sandl bedeuten. - Szenario 4: Erfolg der EU-Beschwerden:
Die Oö. Umweltanwaltschaft ist bereits aktiv: Die laufenden EU-Beschwerden können dazu führen, dass das säumige Land OÖ offiziell ein Vogelschutzgebiet und ein Schutzgebiet für den Luchs nachnominieren muss. In derartigen Schutzgebieten dürfen keine Windparks errichtet werden.
Was uns innerliche Zuversicht bringt, ist die stetig wachsende Liste der Kritiker und Partner: Tschechisches Umweltministerium, Oö. Umweltanwaltschaft, Naturschutzbund OÖ, Grünes Band Österreich, Naturschutzorganisation Krajina Novohradska, über 3.500 Bürger aus Österreich und Tschechien – und natürlich wir als Bürgerinitiative Sandl.
Es ist kaum vorstellbar, dass die fundierten Einwände all dieser Parteien einfach ignoriert werden können. Wir können euch heute versprechen: Diese Liste an Kritikern wird weiter wachsen.
Was die Zukunft letztlich bringt? Vielleicht hat Doris Day die passende Antwort: Que Sera, Sera.
