Warum Artenschutz mit Windkraftausbau kollidiert

(Bildnachweis: Bürgerinitiative Sandl, der traurigen Originalaufnahme
aus Lizenzgründen nachempfundene KI-Darstellung)

Wir möchten den prominenten Fall des Kaiseradlers Johannes beleuchten. Kaiseradler sind in Österreich streng geschützt, da sie als vom Aussterben bedroht gelten. Jüngste Zahlen nennen 50 Brutpaare (Birdlife, 2025).

Johannes wurde Ende Juni 2021 von der Vogelschutzorganisation BirdLife mit einem Satellitensender ausgestattet. Am 12. Oktober 2021 wurde Johannes im Flug vom Rotorblatt einer Windkraftanlage erwischt. Laut BirdLife Österreich wurde dadurch sein rechter Flügel abgetrennt, der Vogel stürzte ab und starb.

Dies war, 2021, der vierte Fall innerhalb von zwei Jahren – die zweithäufigste Todesursache. Die Organisation forderte damals, die Biodiversität und die Vogelwelt im Speziellen beim Ausbau erneuerbarer Energien stärker zu berücksichtigen.

Der Tod von Kaiseradlern wie Johannes durch Windkraftanlagen ist mehr als der Verlust eines einzelnen Vogels – es ist ein Schlag ins Herz unserer österreichischen Artenvielfalt und ein Mahnmal.

Kollisionen mit Rotorblättern von Windkraftanlagen sind natürlich nicht die einzige Gefahr für Vögel oder auch Fledermäuse. Die Mortalitätsrate durch Straßenverkehr, Umweltverschmutzung und Lebensraumverlust ist mitunter wesentlich größer. Aber wir können die Bedrohung seltener und geschützter Arten minimieren, indem wir bei der Planung neuer Windparks auf die Lebensräume und Zugrouten von Vögeln und Fledermäusen Rücksicht nehmen.

Der Freiwald ist seit 1995, also seit 30 Jahren, eine sogenannte Important Bird Area (Dvorak und Karner-Ranner, 1995). „Important Bird Areas sind Gebiete, die für die Erhaltung seltener, gefährdeter oder aus anderen Gründen schutzbedürftiger Vogelarten von internationaler Bedeutung sind.“, wie das Land OÖ im Oö. Windkraft-Masterplan (2017) feststellt. Darin leben, demonstrativ aufgezählt, streng geschützte Vögel wie Auerhuhn, Raufußkauz, Sperlingskauz, Dreizehenspecht, Grauspecht, Schwarzspecht und der Seeadler (EP und Rat der EU, 2009). Der geplante Windpark Sandl soll in einem faktischen Vogelschutzgebiet errichtet werden. 

Wer JA sagt zur Errichtung von Windkraftanlagen in sensiblen Gebieten wie dem Freiwald sagt, sagt EGAL zum Artenschutz. 

Quellen:

BirdLife Österreich. (2025, 28. August). Neue Höhen für den Kaiseradler. BirdLife Österreich. https://www.birdlife.at/artikel/neue-hoehen-fuer-den-kaiseradler/

Dvorak, M., & Karner-Ranner, E. (1995). Important Bird Areas in Österreich (Publikationen des Umweltbundesamtes, M-071). Umweltbundesamt.

Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union. (2009). Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten. Amtsblatt der Europäischen Union (ABl.) L 20, 7–25.

ORF NÖ. (2021). Kaiseradler geriet in Windrad und starb. ORF. https://noe.orf.at/stories/3131133/

Land Oberösterreich. (2017). Oö. Windkraft-Masterplan 2017: Kriterienkatalog (Jänner 2017). Amt der Oberösterreichischen Landesregierung.


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