Der tschechische Naturschutzverein Krajina Novohradska hat österreichische und tschechische Politik-, Behörden- und Medienvertreter über den Zwischenstand seiner laufenden Petition gegen die Errichtung des Windparks Sandl per E-Mail informiert.
Die Geschäftsführerin des Vereins, Ing. Hana Bernadová, wandte sich unter anderem an Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie die zuständigen Landesräte in Oberösterreich, um den massiven Widerstand gegen das Projekt zu untermauern. Der Brief im Volltext zum Nachlesen.
Die wichtigsten Fakten zum aktuellen Stand:
- Breiter Widerstand: Seit 1. Februar 2026, also in nur gut einem Monat, wurde die Petition bereits von über 3.300 besorgten österreichischen sowie tschechischen Bürgern unterzeichnet. Ein großartiger Erfolg und ein berührendes Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Sinne des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes.
- Wissenschaftliche Rückendeckung: Die Petition wird von namhaften Institutionen wie dem Biologiezentrum der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und der Südböhmischen Universität unterstützt.
- Grenzüberschreitendes Verfahren: Es steht offiziell fest, dass das tschechische Umweltministerium ein grenzüberschreitendes UVP-Verfahren fordert.
- Klare Forderungen: Der Verein fordert den sofortigen Stopp des Projekts, ein Verbot künftiger ähnlicher Vorhaben in diesem ökologisch sensiblen Gebiet sowie den Erhalt des Landschaftsbildes im Gratzener Bergland (Novohradské hory).
- Erinnerung an politische Zusagen: In dem Schreiben wird ausdrücklich auf eine Pressekonferenz vom 20. Dezember 2024 verwiesen, in der die Oö. Landespolitik das Projekt aufgrund naturschutzfachlicher Bedenken als „undenkbar“ bezeichnete.
Übrigens: Beim tschechischen Umweltministerium sind innerhalb der aufgetragenen Frist 49 Stellungnahmen zum Windpark Sandl eingelangt – auf insgesamt 163 Seiten. Auch für uns enthielten diese Stellungnahmen neue Argumente gegen den Windpark Sandl, wie z.B. dass die Rotoren der riesigen 285 m Windkraftanlagen Flug- und Wetterradarsysteme stören können. Aus einem ähnlichen Grund musste der Windpark Munderfing adaptiert werden.
Die Projektwerber sind nun gefordert, in der Umweltverträglichkeitserklärung all diese Punkte zu adressieren, um sie anschließend erneut zur Konsultation nach Tschechien zu schicken.
Wir von der Bürgerinitiative Sandl schätzen das enorme Engagement unserer tschechischen Nachbarn sehr und freuen uns auf den weiteren gemeinsamen Weg.
Für Euch bleiben wir wachsam wie die Luchse, die im Bereich der österreichisch-tschechischen Grenze in die Fotofalle tappten,
Deine Bürgerinitiative Sandl
Quellen:
Tschechisches Umweltministerium. (2026, 18. Februar). Větrný park Sandl. Offizielles Informationssystem für Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) der Tschechischen Republik.
