Widerstand wirkt: Tschechien beteiligt sich offiziell am Verfahren

21.02.2026

Tschechien nimmt offiziell am grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren (UVP) für den geplanten Windpark Sandl teil. In einem Schreiben vom 30. Januar 2026 hat das tschechische Umweltministerium das zuständige Bundesministerium in Wien über diesen Schritt informiert.

Die Tschechische Republik fordert eine aktive Beteiligung am zwischenstaatlichen Prozess sowie eine detaillierte Analyse der Auswirkungen auf tschechisches Staatsgebiet.

Das tschechische Umweltministerium befürchtet erhebliche negative direkte sowie indirekte Auswirkungen in folgenden Bereichen:

  • Bevölkerung & Lebensqualität: Befürchtete Überschreitung der Lärmgrenzwerte bei Wohngebäuden in der Gemeinde Buchers (Pohoří na Šumavě).
  • Landschaft & Naturschutz: Beeinträchtigung des Landschaftscharakters sowie geschützter Natura-2000-Gebiete (z. B. Horní Malše) und des Vogelschutzgebiets Novohradské.
  • Artenschutz: Gefährdung von geschützten Tieren, Vögeln und Fledermäusen, dabei Unterbrechung von Wanderkorridoren sowie Zerstörung von Lebensräumen, Zugrouten und Ruheplätzen.
  • Wasserhaushalt: Mögliche Verschlechterung des Zustands von Feuchtgebieten, Torfmooren und Auswirkungen auf die Population der Süßwasserperlmuschel.
  • Forstwirtschaft: Erhöhtes Risiko für Borkenkäferbefall in angrenzenden Fichtenbeständen infolge der notwendigen Rodungsarbeiten.
  • Kumulative & langfristige grenzüberschreitende Auswirkungen: Aufgrund der Art des Projekts und seiner Lage in einem ökologisch vernetzten Gebiet können kumulative Effekte nicht ausgeschlossen werden, die zu einer allmählichen Verschlechterung der Ökosysteme (nicht nur) auf tschechischem Gebiet führen können.

Aufgrund dieser Risiken ist das tschechische Umweltministerium in seiner derzeitigen Form mit dem Projekt nicht einverstanden. Es verlangt im Rahmen des UVP-Verfahrens (Zitat: „sofern die Projektvorbereitung fortgesetzt wird“) die Vorlage und Bewertung einer Alternativvariante, die eine deutlich größere Entfernung zur Staatsgrenze sowie eine Reduzierung des Projektumfangs vorsieht.

Dieser fundierte Einspruch aus dem Nachbarland erweitert die Riege namhafter Kritiker, die vor unumkehrbaren Eingriffen in diesen ökologisch sensiblen Grenzraum warnt:

Die aktuelle Planung des Windparks Sandl sieht sich damit neuen, maßgeblichen Herausforderungen gegenüber.

Für uns als Bürgerinitiative Sandl sind das alles sehr gute Neuigkeiten, da unsere deutlichen und klaren Warnungen vor Auswirkungen auf Natur, Umwelt, Tiere und Menschen nun auf höchster zwischenstaatlicher Ebene Resonanz finden. Die fundierten Einwände des tschechischen Umweltministeriums bestätigen, dass dieses Projekt in seiner jetzigen Form die Integrität unserer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft massiv gefährdet. Wir sehen uns in unserem Einsatz bestärkt.


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Quellen:

Tschechisches Umweltministerium. (2026, 30. Januar). Větrný park Sandl. Offizielles Informationssystem für Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) der Tschechischen Republik.