Lösungsvorschläge zur Energieerzeugung

Die Bürgerinitiative Sandl plädiert für den Ausbau erneuerbarer Energien unter Rücksichtnahme auf Ökologie, Natur- und Landschaftsschutz. Angesichts des steigenden Strombedarfs setzen wir auf einen gemeinsamen Dialog, um zukunftsfähige Lösungen zu finden. Wir sind überzeugt, dass hierfür ein ganzheitlicher Maßnahmenmix erforderlich ist.

Folgende Vorschläge zur nachhaltigen Energieerzeugung:

Fokus auf Gebäude vor Fläche

Anstatt unberührte Natur oder Forstflächen zu nutzen, soll der Fokus auf bereits versiegelte Flächen legen. Das Potenzial in Österreich ist riesig, wie etwa viele Millionen Quadratmeter ungenutzte Dachflächen.

  • Photovoltaik-Überdachung von Parkplätzen, um große Asphaltflächen bei Betrieben oder öffentlichen Einrichtungen zu nutzen.
  • Maximierung von Photovoltaik auf privaten und gewerblichen Bestandsdächern, etwa durch (verstärkten) Förderanreiz.
  • Agri-Photovoltaik-Anlagen über hagelempfindlichen Gemüsefeldern wie z.B. in OÖ im Eferdinger Becken. Damit kann man die Kulturen vor immer häufigeren Unwettern schützen und gleichzeitig über den Ackerflächen Strom erzeugen.
  • Repowering: Falls es bereits an einem Standort Windkraftanlagen gibt, kann deren Leistung durch modernere Technik vervielfacht werden, ohne neue Flächen zu versiegeln. Nachteilig ist dabei zu bemerken, dass neuere Windkraftanlagen in der Regel höher gebaut werden, womit sich die Gefahr für Vögel und Fledermäuse erhöht und ggf. dafür neue/tiefere Fundamente (Bodenversiegelung!) notwendig sind.

Ausweisung von Windkraft-Beschleunigungszonen in Oberösterreich

Auswahl von Flächen gemäß der Oö. Raumordnung für Windkraft-Beschleunigungszonen, deren hochgradig nachrangige Bedeutung für Schutzgüter (Mensch, Tier, Umwelt, etc.) durch unabhängige Sachverständige objektiv und vollständig nachgewiesen wurde. Dabei ist zu beachten, dass die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Schutzgütern oft in einem Spannungsverhältnis stehen, welches im Rahmen der Planung sachgerecht aufgelöst werden muss.

Nutzung naturschutzfachlich unbedenklicher Flächen für Windkraft

Die starke Reduktion der oberösterreichischen 1.000-Meter-Mindestabstand-Regelung in Industriegebieten fördert die verbrauchsnahe Erzeugung. Dies spart Infrastrukturkosten (die ggf. wieder Eingriffe in die Natur & entsprechende Proteste bedeuten) und vermeidet unnötige Leitungsverluste.

Die Erschließung von landwirtschaftlichen Nutzflächen für Windkraft schafft Synergien durch finanzielle Zusatzerträge für die Betriebe. Parallel dazu empfiehlt sich die Nutzung von autobahnnahen Arealen, da diese aufgrund ihrer Vorbelastung eine geringere ökologische Sensibilität aufweisen.

Ausbau der Stromnetze

  • Lösungen auf europäischer Stromnetzebene forcieren, damit der Strom, der in Norddeutschland und der Nordsee durch Windkraft überschüssig produziert wird, zu uns transportiert werden kann.
  • Auch innerhalb Österreichs gibt es Kapazitätsgrenzen: Daher Ausbau des heimischen Stromnetzes, um Überkapazitäten besser transportieren zu können.

Wasserkraft & Modernisierung bestehender Anlagen

Oberösterreich hat sehr viele kleine und mittlere Gewässer. Viele alte Wehre/Kraftwerke können mit moderner Technik mehr Strom liefern, ohne neuen Stau. Dabei ist die Erhaltung der linearen Durchgängigkeit durch ökologisch funktionale Fischaufstiegshilfen wichtig. Und: Laufwasserkraft ist im Mühlviertel wetterstabiler als Wind.

Batteriespeicher

Batteriespeicher sind derzeit die am schnellsten wachsende Technologie. Sie reagieren in Millisekunden und sind ideal, um PV-Spitzen vom Mittag in den Abend zu retten.

  • Heimspeicher: In fast jedem zweiten neuen Einfamilienhaus in Österreich wird bereits ein Speicher mitverbaut (ca. 5–15 kWh).
  • Second-Life-Batterien: Alte Akkus aus Elektroautos, die für den Fahrbetrieb nicht mehr genug Kapazität haben, werden zu stationären Speichern für Gebäude zusammengeschaltet.
  • Quartiers- oder Gemeindespeicher: Ein großer Batteriecontainer an dem sich die Bürger vor Ort beteiligen könnten, was oft effizienter ist als 50 einzelne kleine Heimspeicher.
  • Großbatterie-Parks: Erste Projekte in Österreich (wie in Trumau) zeigen, dass Batterien im Megawatt-Bereich das Stromnetz stabilisieren können. In Oberösterreich arbeitet etwa die Firma H2 Powerlink in diesem Bereich.

Nachteilig: Obwohl gängige Technologien wie die Lithium-Eisenphosphat-Zelle (LFP) ohne kritisches Kobalt auskommen, bleibt die Lithiumgewinnung aufgrund ihres hohen Ressourcenverbrauchs ökologisch relevant. Hoffnung geben Natrium-Ionen-Akkus.

Power-to-Gas (Wasserstoff als Wintervorrat)

Das ist die Lösung für das „Sommer-Winter-Problem“:

  • Überschüssiger Wind- oder Sonnenstrom wird genutzt, um mittels Elektrolyse Wasserstoff herzustellen (z.B. H2Future im industriellen Umfeld). Nachteilig dabei ist, dass bei der Umwandlung viel Energie verloren geht (hohe Umwandlungsverluste).
  • Dieser Wasserstoff kann in bestehenden Erdgasnetzen gespeichert oder in unterirdischen Kavernen gelagert werden.
  • Im Winter wird der Wasserstoff in Brennstoffzellen oder umgerüsteten Gaskraftwerken wieder zu Strom und Wärme.
  • In Oberösterreich gibt es bereits Forschungsprojekte (z. B. Underground Sun Storage), die zeigen, dass man Wasserstoff sogar in alten Erdgaslagerstätten speichern kann.

Gründung von Energiegemeinschaften

Der Strom wird lokal produziert und direkt von den Nachbarn verbraucht („Energiegemeinschaft“). So bleibt die Wertschöpfung in der Gemeinde, und die Akzeptanz steigt, weil man selbst von den günstigeren Strompreisen profitiert. Die passende Verwaltungssoftware gibt es auch aus Oberösterreich.

Effizienz und Einsparung

Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss nicht erzeugt werden.

  • Sanierungskonzept für Altbauten: Erhöhung der Fördermittel und Beratung zur Wärmedämmung und zum Heizungstausch (weg von Öl/Gas) spart massiv Energie.
  • Informationsoffensiven um Energiesparen wieder stärker in unseren Köpfen zu verankern. War schon mal in Mode in Österreich.

Der Energiesparverband OÖ bietet Information und Beratung.

Investition in Forschung & Entwicklung (F&E)

Bereitstellung von Forschungsmitteln für Speichertechnologien, intelligente Netzsteuerung und „Lösungen der Energieerzeugung der Zukunft“. Forschung ist kein reiner Kostenfaktor, sondern eine Investition mit hoher Rendite, die Arbeitsplätze schafft und somit unseren Wohlstand sichert.

Wusstest Du zum Beispiel, dass es dem oberösterreichischen Unternehmen VTA gelungen ist, eine marktreife Lösung zu entwickeln, mit der man aus Abwasser Energie gewinnen kann? Oder das Unternehmen Kite Rise aus Graz, das Natrium-Ionen-Heimspeicher, also frei von Lithium, Kobalt und Nickel, herstellt?


Du hast auch eine Idee? Da gehört noch ein (Forschungs-)projekt erwähnt? Bitte her damit. In der Vergangenheit haben wir auch nur gemeinsam Mammuts erlegen können.