
Heute sprechen wir mit einer unserer Initiatoren: Sonja Schobesberger.
Frage: Liebe Sonja, welchen Bezug hast du zu Sandl?
Sonja: Ich bin vor 16 Jahren nach Sandl gezogen. Zuvor habe ich mein ganzes Leben und Berufsleben in Linz verbracht. Meine Pension wollte und will ich nahe der Natur verbringen. Mein Haus liegt auf der Schulter des Viehbergs. Der Ausblick in die waldreichen, unberührten Weiten des Mühlviertels ist auch nach 16 Jahren täglich erfreulich.
Frage: Was war der auslösende Moment für die Gründung unserer Bürgerinitiative?
Sonja: Der auslösende Moment war das Erkennen der Diskrepanz zwischen der damals erfolgten Information und dem tatsächlichen Projektausmaß. Diese Erkenntnis hat mich mit Entsetzen erfüllt. Die Bürger wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Unterzeichnung des Servitutsvertrages zwischen dem Projektwerber und der Gemeinde war erfolgt und die Einleitung des UVP-Verfahrens begann ohne Information der Bevölkerung. Dadurch wurde auch in den Medien der Eindruck erweckt, dass die Bevölkerung geschlossen hinter dem Projekt stehe. Diesen Eindruck haben wir mittlerweile mit unserer eigenen Geschichte ergänzt.
Frage: Was ist das konkrete Ziel unserer Bürgerinitiative in Bezug auf das geplante Windkraftprojekt?
Sonja: Das konkrete Ziel ist, dass das Projekt Windpark Sandl ad acta gelegt wird.
Frage: Wie bewertest Du den Konflikt zwischen Landschaftsschutz und Klimaschutz in diesem speziellen Fall?
Sonja: Vorweg möchten wir betonen, dass wir als Bürgerinitiative Sandl ebenfalls für den Ausbau erneuerbarer Energien sind, aber nicht um jeden Preis. Wir fordern diesen Ausbau unter Rücksichtnahme auf Ökologie, Natur- und Landschaftsschutz. Das Gebiet Freiwald war bereits von Experten des Landes OÖ aus Gründen wie unter anderem der 30-jährigen Existenz der Important Bird Area, also ein faktisches Vogelschutzgebiet, als Ausschlusszone klar deklariert worden. Der Oö. Umweltanwalt Dr. Donat unterstreicht die Bedeutung. Die politische Kehrtwende war deswegen umso überraschender. Es ist absurd, eine Windkraft-Ausschlusszone festzulegen, in der dann der größte Windpark Oberösterreichs errichtet werden soll.
Frage: Wie erlebst du die Arbeit innerhalb der Bürgerinitiative? Wie viel Zeit nimmt das alles in Anspruch?
Sonja: Die Arbeit in der Bürgerinitiative begeistert mich und nimmt derzeit viel Zeit in Anspruch. Wir arbeiten alle sehr engagiert und professionell. Jeder trägt seinen Teil zum Erfolg bei. Ohne dieses tiefe, von Herzen überzeugte Miteinander und den verschiedenen Hintergründen würde es nicht funktionieren. Auch habe ich viele neue Menschen kennengelernt, die – genau wie ich – Natur in unverbauter Form an die nachfolgenden Generationen weitergeben wollen. Darüber hinaus ist uns wichtig, dass unsere Bedenken wissenschaftlich untermauert sind, weswegen wir gründlich in uns zugänglichen, wissenschaftlichen Datenbanken recherchieren und Experten miteinbinden. So bilden wir über die Zeit ein immer solideres, objektiv nachvollziehbares Fundament für unsere Bedenken.
Frage: Wie finanziert sich die Bürgerinitiative Sandl?
Sonja: Wir arbeiten alle ehrenamtlich. Bei Erlangung der Parteistellung im UVP-Verfahren werden wir mit der Sponsorensuche beginnen, um Rechtsbeistand und allfällige Gutachter zu finanzieren.
Sonja – wir danken für Deinen Einsatz und wünschen weiterhin das Allerbeste,
Deine Bürgerinitiative Sandl
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