Der Landschaftsschutz ist im Oberösterreichischen Natur- und Landschaftsschutzgesetz gesetzlich verankert, indem dort ausdrücklich der Schutz der „Vielfalt, Eigenart, Schönheit und der Erholungswert der Landschaft“ als eines der wesentlichen Schutzgüter genannt wird, weil die Bewahrung dieser Qualitäten zur Sicherung der Lebensgrundlagen für den Menschen und zur Erhaltung des Naturhaushalts dient.
Wie in der Naturraumkartierung des Landes OÖ (2004) nachzulesen ist, weist die Landschaft in Sandl, gelegen auf einem feuchten, kühlen und rauen Hochplateau am Rande des Großwaldgebietes Freiwald, eine außergewöhnliche Dichte und Qualität an Naturschutzgütern auf. Besonders herausragend ist das flächenmäßig größte Vorkommen von Arnika-Bürstlingswiesen in der Böhmischen Masse Österreichs, deren Erhaltung der jahrhundertelangen extensiven Landwirtschaft zu verdanken ist.
Von außerordentlicher Bedeutung ist zudem die Moorlandschaft mit lokal großflächigen Torfdecken, aktiven Hochmooren und naturnahen Moorwäldern. Außerdem sind diese Hochlagen für die gesamte Region wichtige Rückzugsorte für seltene und geschützte Arten wie den Sperlings- und Raufußkauz.
Baut man nun Windkraftanlagen – vielleicht sogar 19 – mitten in eine schützenswerte Naturlandschaft wie Sandl, werden diese von vielen Menschen als visuelle Störung wahrgenommen, die das ästhetische Erscheinungsbild der Landschaft, insbesondere in natürlichen oder kulturell geprägten Räumen, beeinträchtigt und dauerhaft verändert.
Wie Maehr et al. (2015) nachwiesen, ist die psychophysiologische Erregungsreaktion auf Bilder von Windkraftanlagen stärker als die Reaktion auf Kontrollobjekte wie Kirchen. Der Grund ist simpel und dafür seit 10 Jahren wissenschaftlich belegt: Kirchen passen ins Landschaftsbild. Windkraftanlagen? Stören es. Darüber hinaus ziehen die Drehbewegungen der 57 Rotorblätter die Aufmerksamkeit auf sich.
Manche Menschen, die sich weniger gestört fühlen, bringen Windkraftanlagen mit Fortschritt in Verbindung. Für alle anderen Menschen liefert diese Erklärung Klarheit: Windkraftanlagen werden von uns Menschen nicht als neutral oder rein angenehm wahrgenommen, sondern sie lösen eine sogenannte Aufmerksamkeits- und Erregungsreaktion aus. Diese fällt physiologisch eher in die Kategorie „Vorsicht/Bedrohung“ (Bradley, 2009). Jedoch setzt Erholung störungsfreie und ruhige Umgebungsbedingungen voraus.
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